Erfolgreich Auswandern 1: Katja

Am 19.04.2021 schrieb Katja mir das erste Mal. Am 15.05.2021 um 16:33 EST landete Katja mit Condor 2114 in der Freiheit in Cancun. In 27 Tagen dem besten Deutschland aller Zeiten entkommen!

Katja ist eine junge Frau Mitte Dreissig, die All-in gespielt hat. Sie hat Ihren Job an den Nagel gehängt, sie hat Ihren Freund zurück gelassen, sie hat sich für Freiheit entschieden. Katja ist nicht reich. Aber Katja ist mutig. Katja wird erfolgreich sein!

Das kannst auch Du! Entscheide Dich für die Freiheit!

Danke Katja, dass ich Dich begleiten durfte!

Lieber Klaus,

bitte entschuldige dass ich mich bisher nicht gemeldet habe! Es war sehr busy die letzten Tage, aber ich schreibe dir heute aus Cancun, und heute Nachmittag geht es weiter nach Playa del Carmen 🙂

Der Abschied von meinem Freund war dann doch sehr heftig und ich muss sagen, das ist auch ein Thema was mich nach wie vor belastet, sodass ich das Paradies noch gar nicht zu 100% genießen kann, aber so ist das eben leider in der heutigen Zeit – viele schwere Entscheidungen stehen an für die Menschen. Ich habe mich sehr gefreut, die lateinamerikanische Luft zu schnuppern, als ich aus dem Flugzeug stieg und alles kam mir wieder so bekannt vor auf der Fahrt zur Unterkunft – die kleinen Läden, die verstaubten Straßen, teilweise Palmen oder Banananenstauden am Wegesrand, Salsa-Musik etc. Trotzdem fühle ich mich noch nicht ganz angekommen, denn es ist eben keine weitere Rucksackreise, sondern man muss sich auch hier vorbereiten auf das Schlimmste. Teilweise vergesse ich das regelrecht.

Aber wenn ich daran denke, dass ich meinen Freund vielleicht nie wieder sehe, ist das wirklich, wirklich hart und ich weiß nicht, ob ich es durchhalte. Aaaaber, es sind auch erst 2,5 Tage vergangen und die Zeit wird zeigen, wie es weitergeht. Jedenfalls ist es die schwerste Entscheidung, die ich jemals treffen musste, zwischen Liebe und Freiheit. Und ich war vielleicht etwas naiv und habe das unterschätzt, wie schmerzhaft das ist; weil es seit einem Jahr eben nur um das C-Thema ging nachdem ich „erwachte“, aber ich ja auch schon davor immer von einer Rückkehr nach Lateinamerika geträumt habe.

Mein apostilliertes Führungszeugnis für Panama kam übrigens genau am Samstag NACH meinem Abflug, aber da man ja aktuell in Panama aus Südamerika kommend ohnehin nochmal getestet wird und 3 tage in Quarantäne muss, bleibt die Firmengründung und Residencia dort erstmal auf Eis. 

Der Flug war einigermaßen ok, aber mit der Maske schon echt eine Zumutung, vor allem wenn sie sogar noch durchsagen „Verstöße werden strafrechtlich geahndet“.. und vor mir saß ein Mädel dass sich schon geimpft hatte…

Ich war gestern schon beim Migrationsbüro, sehr lustig, denn das Wartezimmer ist draußen im Freien, und war dann bei der Bank um das Deposit für das Visum zu machen (4,413 MXN) und alle Kopien, sowie das Online-Formular (ich habe da als Adresse mal meine Noch-Unterkunft angegeben, hoffe das passt). Heute werde ich nochmal hingehen und hoffe ich kann dann alles soweit finalisieren und meine Anwesenheit wird dann nicht weiter gebraucht in Cancun, bis ich meine Tarjeta abhole.

Die Mexikaner sind wirklich unheimlich nett und es ist überall ein „Gewusel“. Leider tragen auch viele Mexikaner draußen in der Wahnsinnshitze ihre Maske und im Bus auch, aber zumindest sagt niemand was bzw die Leute nehmen es nicht so ernst und das Ding hängt oft unter der Nase oder die Damen nehmen sie im Bus runter, um sich zu schminken. Gestern Abend im Supermarkt hatte ich meine vergessen und der nette Herr an der Theke hat gelacht und meinte „Corona ya no existe“. (ja, ich ziehe sie in den Läden halbwegs auf, weil ich auch niemand vor den Kopf stoßen will – das ist diese schwache Balance zwischen einerseits nicht dem System dienen zu wollen, aber andererseits auch nicht direkt im neuen Land negativ aufzufallen und die Ängste der Menschen zu respektieren. Aber ich kann stolz zwei Widerstandszertifikate (Bußgeldbescheide) wegen Maskenverstößen in Deutschland nachweisen, gegen die ich mich wehre, soweit das eben jetzt noch aus dem Ausland möglich ist).

Vorgestern war ich am Strand, der war mir allerdings zu voll, aber ich vermute das wird in PDC auch so sein. Dort (in Playa del Carmen) gibt es aber zumindest ein paar andere Digital Nomads und Crypto-Fans und soweit ich weiß, ein paar Menschen, die auch C-kritisch sind.

Ich kann übrigens meine Unterkunft sehr empfehlen für den Anfang, falls mal jemand fragt. sie heißt Estancia Tulbayab, ist sehr günstig und auch etwas basic, aber hat eine wunderschöne Dachterrasse und die Besitzer sind extrem freundlich und hilfsbereit und sprechen auch sehr gutes Englisch. Für jemand der eine familiäre Atmosphäre vorzieht, eine gute Wahl für ein paar Tage.  Die meisten Gäste hier sind Paare oder Einzelreisende, Alter so ca 20-40 Jahre, die Besitzer sind etwas älter.

Ich hatte mir vom Flughafen einen Transfer bei Booking vorab gebucht, das hat auch gut geklappt. Ansonsten kann man hier in jedem OXXA Laden eine Simkarte mit einem Mini-Startguthaben kaufen und sie dann wieder aufladen. Muss mal schauen, ob ich mir dann langfristig einen fixen „Plan“ nehme statt diese Prepaid-Variante.

Das Wetter ist wirklich extrem heiß und schwül hier, kein Vergleich zum tristen Deutschland wo es ja dieses Jahr nicht mal einen Frühling gab/gibt.

Nun denn, ich hoffe dass ich bald etwas Anschluss finde, ich glaube das ist das, was mir aktuell am meisten fehlt, auch wenn es beim Solo Traveling ja auch normal ist. Daher musst du jetzt als Tagebuch herhalten 😀

Liebe Grüße an dich und nochmal vielen Dank für deine Hilfe und deine Arbeit! Wenn es dich interessiert, halte ich dich gerne weiterhin auf dem Laufenden. 

Katja

Danke Katja, es war mir ein Vergnügen!

Wenn auch Du dem besten Deutschland aller Zeiten entkommen willst, kannst du mir gern oben auf der Seite unter Auswandern schreiben.

Was denkst Du über Katja? Was planst Du? Schreibe es mir bitte in den Kommentaren. Sicher auch interessant für Dich:

  1. Schlemper Donata

    Tolle mutige Frau diese Katja… ich wünschte ich könnte das auch …wünsche ihr alles gute in ihrer neuen Heimat 🙏

  2. Wirklich ermutigend und gleichzeitig eine Befürchtung bestätigt die ich auch habe. Nicht zu wissen ob ich meine Familie und Freunde je wieder sehe bricht mir das Herz. 💔 Ende Juli fliege ich mit dem selben Condor Flug nach Cancun aber dann weiter ins Landesinnere.
    Ich hätte nie gedacht dass ich mit knapp 50 aus meinem eigenen Land flüchten muss.
    Ich bin Mexiko dankbar, dass ich dort hoffentlich eine Weile sicher sein kann.
    Katja wünsche ich alles Gute! Vielleicht läuft man sich über den Weg! 😊👍

  3. Hallo,

    Ich bin total begeistert von dem Katja‘s Mut.
    Vor allem ist der Bericht sehr ermutigend,
    und zeigt, mit der festen Überzeugung und
    Dem Glauben, ist alles möglich.
    Ich würde mich sehr freuen, weiter zu hören, wie es mit Katja weitergeht. Mein Ziel ist auch Mexiko, leider war ich nie zuvor dort, aber es ist das Land, was ich
    Vorrangig in Erwägung ziehe. Wenn es irgendwie möglich ist, würde ich gerne weiter von Katjas Erfahrungen hören. Danke für deine ehrlichen Worte und
    Emotionen, die verständlich sind.

    David

  4. Beste Frau!
    Super, vielen Dank Klaus für deine Hilfe allen.
    Wie schön, dass du dich dazu entschliessen konntest!

    Ich habe den Mut auch.
    Vielleicht bin ich noch dran, die Entschlossenheit aufzubringen, mein erstpartes einzusetzen und mich oben drein noch für ein Land zu entscheiden. Es gibt da ja mehrere…

  5. (Wie schön, dass du dich dazu entschliessen konntest!), Katja

  6. Tolle, mutige Frau – würde gerne lesen, wie es ihr weiterhin ergeht
    Es klingt allerdings durch, dass sie bereits zuvor in Mexiko war und ihr Land und Leute nicht gaanz so fremd sind, was sicherlich ein Vorteil ist.
    Ich bin noch nie in meinem Leben verreist, d.h. einmal in einer Jugendfreizeit nach Schweden, weshalb ich ABSOLUT unbeholfen wäre, alleine schon die Flugbuchung, ich brach mir bereits bei Bahntickets regelmäßig einen ab…früher habe ich wegen meiner Unfähigkeit über mich lassen müssen, in den heutigen Zeiten bleibt es mir natürlich im Halse stecken.
    UMSO MEHR liebe ich Berichte von Menschen die es geschafft haben. TOLL und sehr ermutigend!

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